Atemübungen bei OCD? 🤯 Warum Atemübungen bei mir nicht funktionierten

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Wenn man im Internet nach Atemübungen für OCD sucht, findet man extrem viele. Bei mir funktionierten fast alle nicht, weil meine Absicht einfach die falsche war. Ich habe unzählige Male versucht, die Atemübungen „richtig“ zu machen.

Mal habe ich mich exakt an die Vorgaben gehalten, wie viele Sekunden ich ein- und ausatmen soll. Mal habe ich mich so stark auf die Atmung konzentriert, dass ich dadurch mehr Angst und Panik bekommen habe als Entspannung.

Alles wollte nicht so richtig funktionieren und ich dachte immer, ich würde irgendetwas falsch machen.

Der theoretische Profi-Atmer

Dementsprechend lange habe ich im Internet recherchiert, um die perfekte Übung zu finden. Die Atmung, die mir eigentlich Entspannung bringen sollte, hat mir bis dahin nur Stress bereitet. Ich habe mich einfach total reingesteigert. Ich war mir so sicher, dass es an mir liegt – ich musste doch nur die richtige Übung und die perfekte „Gebrauchsanweisung“ finden!

Mein OCD-Fokus war richtig tief drin in der Materie. Nach einer Weile wusste ich alles über Atemübungen und die verschiedenen Arten von Atmung: von Bauchatmung über Zwerchfellatmung und Nasenatmung bis hin zu Atempausen. Ich war mittlerweile ein theoretischer Profi-Atmer. Hätte ich mich bei einem Wettbewerb angemeldet, hätte ich vermutlich den ersten Platz geholt :). Nur die Entspannung, die hatte sich noch nicht eingestellt…

Der Gedankenblitz beim Nichtstun

Ich habe dann erst mal alles liegen gelassen und dachte mir, ich muss mich ein wenig vom Atmen ausruhen. Ich habe mich einfach hingesetzt, um kurz zu verschnaufen, bevor ich die nächste Recherche starten wollte, wie man die Übungen nun wirklich richtig ausführt.

Doch beim Ausruhen merkte ich plötzlich, dass ich ruhiger wurde. Wie ging das denn? Ich wendete doch gar keine Übung an!

Da traf mich ein Gedankenblitz. Ich wollte mich ja nur ein wenig ausruhen und habe ganz normal geatmet. Ich habe einfach alles so sein lassen, wie es ist. Dabei wurde mir klar: Die Absicht hinter den ganzen Übungen ist für Leute mit OCD extrem wichtig. Wenn man die Absicht hat, die Gedanken aktiv zu entfernen und mit Zwang eine Entspannung herbeizuführen, geht das nach hinten los. Zwang kann man nicht mit Ablehnung begegnen. Zwang wird schwächer, wenn man ihn zulässt und alles seinen Lauf lässt.

Meine eigene „Übung“

So habe ich mir meine eigene Atemübung zusammengebastelt, die so einfach war und mir endlich Entspannung brachte – ganz ohne „spezielle“ Techniken:

Hinsetzen ➔ Normal atmen ➔ Alles zulassen, was kommt und geht ➔ Spüren, wie der Bauch sich auf- und abbewegt, ohne etwas zu erzwingen. Wenn ein komischer Gedanke kommt: ihn nicht ablehnen, sondern kommen und gehen lassen. Er darf auch bleiben.

Fazit

Man kann gerne mit Atemübungen herumexperimentieren. Ich habe jedoch die Erfahrung gemacht: Je einfacher, desto besser. Die Absicht ist das Wichtigste! Ich führe die Atemübung nicht durch, damit meine Gedanken verschwinden. Sie können ruhig bleiben – und ich achte einfach auf meine Atmung, ganz ohne Kontrolle.

„Gedanken dürfen bleiben, der Atem darf fließen.“

Ein wichtiger Hinweis zu diesem Blog

Alles, was du hier liest, basiert ausschließlich auf meinen persönlichen Erfahrungen/Recherchen und meinen eigenen Weg. Ich bin kein Arzt, kein Psychologe und kein Therapeut. Mein Blog kann und soll eine professionelle Therapie nicht ersetzen.

Es ist kein Beinbruch sich Hilfe zu holen:
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Deutsche Gesellschaft Zwangserkrankung

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